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Kambodscha - Geschichte
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Geschichte Kambodschas

Die Zeit der Gründung bis zur Kolonialisierung

Die Franzosen in Kambodscha

Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg bis zum Vietnamkrieg

Pol Pot und die Roten Khmer

Nach dem Friedensvertrag von 1991

Geschichte Kambodschas

Staatsgründung
Als Begründer des ersten gemeinsamen Khmer-Staates gilt Jayavarman II., der von 802 bis 850 regierte. Er führte den Gottkönig-Kult devaraya ein, gründete eine Armee, die Polizei, eine Provinzverwaltung und den Gerichtshof.
Nördlich des Tonle Sap Sees gründete er die neue Hauptstadt und wurde so zum Gründer von Angkor. Der letzte große Monarch der Angkor-Periode war Jayavarman VII.
Die Thais hatten sich auf der Flucht vor den Mongolen aus dem Südwesten Chinas nach Süden in Bewegung gesetzt und eroberten Angkor 1430/31.
1434 wurde Phnom Penh das erste Mal Hauptstadt. Unter König Ang Chan (1516-66) wurde diese nach Lovek, an den Oberlauf des Tonle Sap verlegt, wo u.a. von Japanischen, Chinesischen, Spanischen und Portugiesischen Kaufleuten bereits ein reger Handel mit Edelsteinen, Metallen, Seide und Elfenbein abgehalten wurde. 1688 wurde weiter südlich die neue Hauptstadt Udong errichtet.
Im 19. Jahrhundert endeten heftige Kämpfe zwischen den Thais und den Vietnamesen damit, dass in Kambodscha 1841 eine Verwaltung unter deren Lehensherrschaft eingerichtet wurde.

Die Franzosen in Kambodscha
Das Hauptinteresse der Franzosen in Indochina zwischen 1863 und 1953 galt Vietnam. Aufgrund der politischen Probleme dort wandten sie sich in der Folge Kambodscha zu. Um nicht völlig von Thailand und Vietnam vereinnahmt zu werden, vereinbarte König Norodom 1863 Kambodscha unter den Schutz Frankreichs zu stellen. Im Gegenzug dafür erhielten die Franzosen das Recht, die Bodenschätze und Wälder auszubeuten.
Von der Schutzmacht Frankreich erhielt Thailand 1867 die Kornkammern Battambang und Siem Riep. König Norodom wurde gezwungen, nach Phnom Penh umzusiedeln, wurde in der Folge als König vollkommen entmachtet und alle wichtigen Positionen der Verwaltung mit Vietnamesen besetzt.
Die Hoffnung auf Reichtum in Kambodscha erwies sich für Frankreich als Illusion. Neben einer Bahnlinie und einigen Strassen, die die Infrastruktur ein wenig verbesserte, kultivierten sie die Kautschukplantagen, bis die Depression 1929 auch diesem Traum vom wirtschaftlich blühenden Indochina ein Ende bereitete. Die Besteuerung der Bauern in Kambodscha war die höchste in ganz Indochina.

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Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg
Im März 1945 vertrieben die Japaner die Franzosen für kurze Zeit. Anfang der 50er Jahre begann der Kampf um die vollständige Unabhängigkeit von Frankreich. Im Untergrund formierte sich die radikale Khmer Issarak, die unzufriedene Bürger aus allen gesellschaftlichen Schichten vereinte. Der von den Franzosen 1941 als 19jähriger auf den Thron gesetzte Norodom Sihanouk konnte 1953 die Unabhängigkeit Kambodschas verkünden. Bis 1970 bestimmte er als alleiniger Herrscher die Geschicke des Landes.

Ab Mitte der 60er Jahre wurde Kambodscha mehr und mehr in den Vietnamkrieg verstrickt. Über den berüchtigten Ho Chi Minh Pfad im Nordosten des Landes transportierten die Nordvietnamesen Waffen und Ausrüstung für den Vietcong, der im Süden gegen die Regierung in Saigon kämpfte. Dies hatte zur Folge, dass die USA Kambodschanisches Gebiet bombardierte. König Sihanouk brach die Beziehung zu Amerika ab und suchte Unterstützung in China.
1969 begann eine Serie von Luftangriffen mit B-52-Bombern auf Verstecke der Nordvietnamesen in Kambodscha. Durch flächenmäßiges Bombardement wurden unter der Zivilbevölkerung grausame Massaker angerichtet.

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Khmer Rouge
Als Sihanouk sich auf einer Auslandsreise befand, Putsche sein damaliger amerikafreundlicher Premier Lon Nol mit Hilfe des CIA erfolgreich gegen ihn. Lon Nol schaffte die Monarchie ab und rief die Khmer-Republik aus, war jedoch unfähig, die wirtschaftlichen Probleme des Landes zu lösen. im Exil gründete Sihanouk die Funk-Partei, aus der sich später die Roten Khmer formierten. Ab 1973 kämpften die Roten Khmer Pol Pots im Bürgerkrieg allein gegen die Regierung in Phnom Penh.

Am Montag des 17.4.1975 betraten die ersten Roten Khmer Phnom Penh. Sie wurden von den Einwohnern mit ehrlicher Freude empfangen. Die Soldaten, meist noch Kinder, blickten stumm und düster. Dies war der Beginn des größten Traumas Kambodschas. Innerhalb von 48 Stunden räumten die Roten Khmer das gesamte Stadtgebiet von Phnom Penh. Wer nur den geringsten Widerstand zeigte, wurde auf der Stelle erschossen, egal ob krank oder alt. Am 30.4.1975 endete der Vietnamkrieg.

Die neue Regierung nannte das Land “Demokratisches Kambodscha”. Ihre Ideologie war die “bedürfnislose Gleichheit der Menschen”. Das Geld sowie das Post- und Telekomunikationswesen wurde abgeschafft. Bücher verbrannt, die Schulen geschlossen und die Ausübung von Religion verboten. Jeder Intellektuelle, d.h. jeder der studiert hatte oder nur eine Brille trug, wurde ermordet. Unter unmenschlichen Bedingungen wurde die Stadtbevölkerung zur Landarbeit gezwungen. Familien wurden getrennt und in unterschiedlichen Lagern untergebracht.
Gelenkt wurde alles von einer dubiosen Führung, die sich Angkar nannte. In seinem grenzenlosen Nationalismus begann Pol Pot, der von den USA mit Geld und Waffen unterstützt wurde, den Krieg mit Vietnam. Ende Dezember holte die Regierung in Hanoi zum Gegenschlag aus und besetzte am 7. Januar 1979 Phnom Penh.
Die Rechnung der USA war aufgegangen und der einstiege Kriegsgegner als für seine aggressive Expansionspolitik geächtet.

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Der Friedensvertrag von Paris und die Zeit danach
Am 23. Oktober 1991 wurde in Paris von allen Bürgerkriegsparteien der Friedensvertrag unterzeichnet. Am 15. März 1992 begann die teuerste und umfangreichste Aktion der Vereinten Nationen. Deutschland hatte in Kambodscha seinen ersten UNO-Einsatz. Der Prozess lief so lange erfolgreich, bis die Roten Khmer sich weigerten, ihre Waffen abzugeben.
Entgegen allen Erwartungen und trotz der Einschüchterungsversuche der Roten Khmer wurden zwischen dem 23. und 28. Mai 1993 die ersten friedlichen, allgemeinen und geheimen Wahlen unter Aufsicht der UNTAC abgehalten. Fast 90% aller registrierten Wähler hatten ihre Stimme abgegeben. Keine Partei bekam die absolute Mehrheit. Hun Sen und Ranaridh regierten in einem Regierungsbündnis nebeneinander.

Noch einmal kam es 1997 zu schweren Kämpfen in Phnom Phen, als die beiden Regierungschefs mit ihren aus Misstrauen aufgebauten Privatarmeen von jeweils etwa 2000 Mann aufeinander losgehen. Internationale Sanktionen zwingen die beiden Gegner 1998 zum Einlenken.
Am 26.12.1998 stellen sich die letzten Kader der Roten Khmer der Regierung. Nach 30 Jahren Terror ist dies das Ende der verbrecherischen Guerilla.

Quelle: Sinngemäß nach “Geschichte” in Reise-Know-How, Kambodscha, 5. Ausgabe, 2004, Seite 92ff.


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